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Podiumsdiskussion mit der NADA | Drucken |  E-Mail
Anne-Kathrin Elbe und Stefan SchwenkeKöln, 21. Februar 2008. Wege zu einem sauberen Sport und die Kommunikation zwischen Anti-Doping-Agentur, Sportverbänden und Athleten standen am 21. Februar im Mittelpunkt einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion im Deutschen Sport und Olympia Museum in Köln. Aus Sicht der Athleten schilderte Anne-Kathrin Elbe die derzeitige Situation und den Umgang mit Doping-Kontrollen und -Kontrolleuren beim Training und im Alltag sowie die ständige Belastung, sämtliche Meldepflichten einzuhalten. „Aber wenn abends um halb zehn jemand bei mir klingelt, den ich nicht kenne, den lasse ich nicht rein“, sagte die Hürdensprinerin vom TSV Bayer 04 Leverkusen im Gespräch mit Moderator Stefan Schwenke.
Das Anti-Doping-Handbuch.Ihre Befürchtungen, durch dieses verständliche Verhalten einen so genannten „Missed-Test“ zu riskieren, konnten Ulrike Spitz, Leiterin Kommunikation der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) und die Leiterin der Anti-Doping-Koordinierungsstelle des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV), Dr. Anne Jakob, jedoch zerstreuen. Das Bewusstsein über die Probleme sei jedoch vorhanden, so Jakob. „Das ist heute für die Athleten eine unheimliche mentale Belastung, einfach Sport machen geht leider nicht mehr“, so die Juristin.
Insgesamt plädierten die Verantwortlichen für eine verstärkten Kommunikation. „Wir sind rund um die Uhr erreichbar“, so der NADA-Vorsitzende Armin Baumert. Gleichzeitig betonte er die gemeinsame Zielsetzung aller Beteiligten: „Ob Verbände, Trainer, Athleten, Medien oder Zuschauer, wir sind letztlich alle die NADA. Das fängt bei der Einstellung und der Erwartungshaltung an“, so Baumert. Daran soll durch verstärkte Aufklärung und Prävention weiter gearbeitet werden. „Elementarer Bestandteil des Erfolges ist das Training. Aber diese Einstellung ist vielen verloren gegangen. Das muss wieder rein in die Köpfe. Es ist der Trugschluss, den viele haben, dass man dopen muss, um Erfolg zu haben.“
Anlass für die Diskussion mit Elbe sowie Baumert, Jakob und Spitz war die Vorstellung der zweiten Neuauflage des Anti-Doping-Handbuches, das von den Herausgebern Theo Rous, Ehrenpräsident des DLV und ehemaliges Vorstandsmitglied der NADA und Rüdiger Nickel, erster Anti-Dopingbeauftragter und ehemalige Vizepräsident Leistungssport des DLV vorgestellt wurde. Das Buch ist im Verlag Meyer&Meyer erschienen, enthält Gesetze und Regelwerke, einen Überblick über Substanzen und Medikamente, die unbedenklich sind oder auf der Dopingliste stehen sowie Hintergründe und Fakten zu Dopingkontrollen, Meldesystemen und Medizinischen Ausnahmegenehmigungen. Es hat 352 Seiten und kostet 19,95 Euro.

Links: Deutsches Sport & Olympia Museum, Homepage von Anne-Kathrin Elbe und Sportverlag Meyer&Meyer

Fotos: Anne-Kathrin Elbe und Stefan Schwenke und das vorgestellte Buch. © Carmen Himmerich, Meyer&Meyer

 
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